Derry Grey BIOGRAPHIE

Derry Grey ist Sänger, Songwriter, Gitarrist, Bluesharpplayer, Graphiker, Weinsommelier, Ehemann, Vater und Großvater.

War VHS Vortragender, Radiomoderator, Journalist, Buchmitautor, Pub - und Vinothekenwirt, Koch, Technischer Zeichner, Bauvermesser, SAP Project Controller, Inhaber einer Konzertagentur und kurzzeitig Schauspieler, Kabarettist und Regisseur.

 

1953 wird Derry Grey in der Steiermark geboren. Die Mutter ist eine gebürtige Steirerin, der Vater kommt aus Mistelbach in Niederösterreich. Von seinem 4. bis zum 7. Lebensjahr wohnt die Familie vorwiegend in Wien in der Rasumofskygasse im 3. Bezirk (über dem späteren "Steirereck"). Die Wiener Zeit war wahrscheinlich der Grund dafür, daß Derry zu Feierlichkeiten einen Matrosenanzug im Stil der "Wiener Sängerknaben" tragen mußte. Dann geht es wieder in die Steiermark zurück. Onkel Ludwig, der Bruder der Mutter, wandert nach Australien aus. Von seiner Mutter lernt er die ersten Songs, vorwiegend Westernlieder. Sein erstes großes Vorbild ist Freddy Quinn, weil der genau die Lieder singt, die das Gefühl der Familie ausdrücken, wenn sie an den Onkel im Ausland denken. Dann bekommt Derry den ersten Plattenspieler, die erste Single, die er kauft, ist Elvis Presley's "Love letters". Die erste LP eine Countrymusic Scheibe, auf der sich ein Titel namens „Romance“ befindet, den er fortan immer wieder probiert.  

1969 nimmt er seinen ersten Song (Donovan's "I'll try for the sun") in Graz auf und gründet mit zwei weiteren Musikern ebenfalls in Graz das Blues-Trio "Crusade" (benannt nach einer John Mayall-Platte). Sein Partner Chris Scheuer wird später Karikaturist bei der Kronenzeitung und danach Comic-Zeichner in Frankreich (Marie Jade) und Hamburg. Derry Grey trifft in Graz anl. einer Benefizveranstaltung, an der er mitarbeitet, den Austro-Kanadier Jack Grunsky (Jack's Angels) und seine langjährigen Freunde Ernst Pozar, Wolfgang Schnelzer und Jimmy Cogan (Turning Point). Gerd Steinbäcker (STS) "drückt" mit ihm gemeinsam die Schulbank im MuPäd am Hasnerplatz. Sie sollten aber erst viel später bei einem gemeinsamen Konzert mit Schiffkowitz & Okemah wieder aufeinander treffen. Desgleich gilt für Jack Grunsky, auch hier kommt es bei einem Musikfest in der UNI Leoben zu einem Treffen. 1969 ist überhaupt wichtig für Derry, was er in seiner CD „Traveller 69“ zum Ausdruck bringt.

 

 

Dem akademischen Maler Karl Franz Fürst und dem australischen Gitarrenlehrer Sawoff ist es zu verdanken, daß die Zeit im MuPäd nicht ganz umsonst war. Er absolviert noch einen zweijährigen Kurs für Gebrauchsgraphiker, was ihm später bei der Erstellung von unzähligen Plakaten zugute kommen wird. Chris Scheuer und Derry begeben sich 1970 auf Wanderschaft, ganz nach dem Vorbild von Woody Guthrie & Dylan. Der einbrechende österreichische Winter beendet aber diese Reise, die sie, als damals noch Minderjährige, in Zeitung und ORF „Autofahrer unterwegs“ bringt. Der spätere Song „Obersteirer Blues“ (CD „Doppelt brennt“ und „Donau Mur Blues“) erzählt ein bisserl davon.

Derry 1969 + 2018

1971 der erste Auftritt nicht als Sänger, sondern als Harp-Player mit Musikern der "Big Wheel Bluesband" in St. Paul in Kärnten.

 

1972 beginnt Derry Chansons zu singen und beginnt mit der Vertonung von Gedichten von Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Bert Brecht.

 

1973 erster "namhafter" öffentlicher Auftritt als Solist mit dem Programm „Was nicht in euren Lesebüchern steht“ in einem Studentenclub (erster Artikel in der Kleinen Zeitung).

 

1974 bis 1978 Sprecher der Gruppe 19 von Amnesty International. Unter seiner Leitung kommt es zu zahlreichen öffentlichen Aktivitäten, wie etwa einem Auftritt mit Liedern von Victor Jara, einer Ausstellung über Albert Camus oder einer Fotoausstellung über Südafrika, mit von Freunden und späteren Mitarbeitern aus dem Land geschmuggelten Aufnahmen. Auf Derry folgt die Amerikanerin und Freundin Marian Pink, eine Absolventin für Journalismus & Politik an der Universität von Oxford.

 

 

Von 1974 - 1979 ist er Mitglied der Band "Jamhouse", einer vierköpfigen Gruppe ganz im Stil von „Peter Paul und Mary“, den „Seekers“ oder „Jack's Angels“. Erstes Woody Guthrie Fest mit Lesung aus „Früchte des Zorns“ und „Dieses Land ist mein Land“ im Kino.

Als freier Mitarbeiter beim ORF Steiermark organisiert Derry 1978 im Auftrag des damaligen Unterhaltungschefs Pert Oberhauser den Jugendcorner in ein paar steirischen Gemeinden.

 

Danach gründet er den Verein für Literatur und Kunst im Cafe (es folgen in den nächsten Jahren mehr als 200 Veranstaltungen – Lesungen, Literaturwettbewerb an den höheren Schulen, Literaturfilmtage, Folkfestivals, Kunstausstellungen u.a.) Ein Gast und Förderer ist „Literaturpapst“ Hans Weigel. Zu den engen Bekannten und Freunden zählt weiters der ebenfalls schon verstorbenen Kärntner Autor und Globetrotter Humbert Fink und der Wiener Autor und Graphiker Alexander Sixtus von Reden. Derry bleibt 25 Jahre lang Obmann des Vereines.

 

Bei der Wiener Schauspielerin und Schriftstellerin Elisabeth Mosberger (einer Schülerin von Elisabeth Flickenschildt in Berlin) nimmt er kurzzeitig Schauspielunterricht. Gründet die Kellerbühne „Stacheltheater“ und führt Regie bei einem Beckett Stück im Stadtsaal Leoben. Weiters Mitglied der Kabarettgruppe „Die 4 vom Grandhotel“, die Sketches und Geschichten von Thorberg, Qualtinger und anderen österreichischen Kaffeehausliteraten auf die Bühne bringt.

 

 

Mitarbeit am Buch „Die Steirische Eisenstraße“, das im Oberösterreichischen Landesverlag mit dem Beitrag von Derry Grey – „Leoben, eine Stadt erwacht“ - erscheint.  

1980 bis 1982 ist Derry Redakteur für Folk & Countrymusic beim Wiener „Musikmacher“, der damals auflagenstärksten österreichischen Musikzeitschrift (Auflage 400.000) mit Sitz in Wien-Hietzing und veröffentlicht darüber hinaus mit Herbert Lerchegger das Kulturmagazin „Pegasus“. Nach zwei Ausgaben wird das Magazin zwei Jahre als monatliche Kulturbeilage zur Obersteirischen Zeitung veröffentlicht, allerdings dann unter dem Titel „Schauplatz“. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Gruppe Okemah. Reisen zu Recherchen nach Triest, Paris (Vorfrieden mit Napoleon in Leoben), Sizilien (Kurzgeschichte „Das rosenfarbene Haus“). Aktivitäten zur Erhaltung des „Eggenwald'schen Gartenhauses“, der „Massenburg“ und Errichtung der ersten Leobner Fußgängerzone in der Timmersdorfergasse (zwei Kultur – und Friedensfeste).

 

1980 – 2020

 

Über ein Dutzend Tonträger mit der Folk & Countryband Okemah. Irlandtournee 1987 mit mehreren Auftritten in Clonmel in der Grafschaft Tipperary, Cahir und Galway an der Westküste. 9 Auftritte beim Wiener Donauinselfest, PopOdrom Finalist, Sieger ACMF Country Music Award uvm. Siehe auch Okemah Info.

17 Jahre lang Vorträge, Seminare und Workshops für die Volkshochschule Leoben, diverse Reiseveranstalter und das Museum der Stadt Leoben. Mit einer Cherokee Indianerin & Medizinfrau (sie ist ausgebildete Ärztin), die einige Zeit bei ihm und seiner Frau wohnt und ihn als Patin auf den Namen „Ta-cha-whik-ah“ tauft („Der auf den Klängen reitet“), geht er auf Vortragstournee (Vorträge über die derzeitige Situation der nordamerikanischen Indianer). Bei Hyemeyohsts Storm, einem Medizinmann der Cheyenne, bildet er sich im Umgang mit dem „Medizinrad“ weiter.  

17 Jahre lang Vorträge, Seminare und Workshops für die Volkshochschule Leoben, diverse Reiseveranstalter und das Museum der Stadt Leoben. Mit einer Cherokee Indianerin & Medizinfrau (sie ist ausgebildete Ärztin), die einige Zeit bei ihm und seiner Frau wohnt und ihn als Patin auf den Namen „Ta-cha-whik-ah“ tauft („Der auf den Klängen reitet“), geht er auf Vortragstournee (Vorträge über die derzeitige Situation der nordamerikanischen Indianer). Bei Hyemeyohsts Storm, einem Medizinmann der Cheyenne, bildet er sich im Umgang mit dem „Medizinrad“ weiter.  

1988 moderieren Derry Grey und Desmond Doyle das Word Countrymusic Festival in Graz für den ORF (Radio und TV). Derry moderiert weitere Musiksendungen im ORF Steiermark (als Co-Moderator) und Radio MM2 (Marburg).

 

 

1990 – 2002 in 11 USA Reisen ist Derry über 25.000 km in mehr als 20 Bundesstaaten auf musikalische Spurensuche unterwegs, präsentiert zwei CD Singles (1995 und 1996) in Scottsdale/Arizona und spielt u.a. 1998 beim allerersten Woody Guthre Folk Arts Festival in Okemah/Oklahoma.  

Zwei Jahre Organisator der Veranstaltungsreihe „Jazz in Leoben“ gemeinsam mit dem Jazzsaxophonisten Roland Hollik im Auftrag des Tourismusverbandes. Rund 200 Veranstaltungen. Höhepunkte waren die Auftritte von Jan Garbarek und dem Original Glenn Miller Orchester.

 

 

Nach langer Zeit 2000 wieder einmal Veröffentlichung von graphischen Arbeiten bei der Kunstmesse in der Kunsthalle in Leoben und bei der internationalen „Art Innsbruck" mit dem Graphikzyklus „American Dreams" (Mischtechniken).

2001 begibt er sich mit Sohn Chris auf keltisch-literarische Spurensuche ins englische Cornwall.

 

Ab 2002 moderiert Derry zwei Jahre lang bei MM 89.6 (Mur-Mürz-Radio) die Country Sendung „Westside“ (200 von ihm gestaltete und moderierte Sendungen). Als Tontechniker steht ihm dabei Sohn Chris Angelo zur Seite, der zwischendurch auch einige Okemah Song Texte verfasst.

 

 

Zwei Semester Volkskunde an der UNI Graz bei Professor Dr. Jontes, der ihn schon zuvor zu Vorträgen in sein Museum eingeladen hatte.

Ausbildung zum Weinsommelier beim Wirtschaftsförderungsinstitut. Von 2004 bis 2008 eigenes Irish Pub, Vinothek & Cuba Lounge am Leobner Hauptplatz. Danach Übersiedlung nach Wien, kurzzeitig ein Jahr in den 20. Bezirk, danach in den Zweiten, in die Taborstrasse.

Mit Günther „Tschif“ Windisch, einem bekannter Poetryslammer und Erfinder des DialektPoetrySlams organisiert er für die Kulturinitiative TMBH diverse Veranstaltungen. Gemeinsame Lesungen mit Musik in mehreren Wiener Lokalen (auch in der Stadthalle anl. der Veranstaltungsreihe „Lesung gegen Gewalt“ der Basis Kultur Wien, gemeinsam mit Erich Schleyer, Peter Kutzer Salm und ORF Moderator Robert Steiner). Ebenfalls mit dem „Tschif“ und Wolfgang Böck im Brauhaus Schwechat. Mehrjährige Veranstalungsreihe „Open Mic“ (Slammer & Musiker) im Headquarter Club im 15. Bezirk bis zum plötzlichen Tod von Günther „Tschif“ Windisch.

2012 nimmt er mit Freund Ulli Bäer und der Okemah-Truppe die CD „Donau Mur Blues“ live im Reigen auf. Die Übersetzungen zu den teils bekannten Songs stammen großteils von Johannes „Kodo“ Dittler, der in den nächsten Jahren als Songwriting Partner immer wichtiger werden soll.

Mit Woody Guthrie Enkelin und Tochter von Arlo folgen zwei legendäre Konzerte in Österreich. Eines im ausverkauften Metropol unter Mitwirkung von Willi Resetarits, Molden und Hans Theessink. 2013 werden Derry und seine Frau Dagmar Großeltern von einam Buben namens Richard. Zwei Okemah Produzenten und Verleger, Heinz Reitmann (Doppelt brennt, I saw the light) und Karl Heinz Hörmann (Ruck ma z'samm, Clonmel, Best of Gospels & Spirituals, 2 US Singles & Mitglied US Tour 1998) sterben leider unerwartet.

 

 

2019 treffen die alten „Okemah – Sänger, der Ire Desmond Doyle, Doc John Delanoy, der mittlerweile in der Grafschaft Kerry in England lebt und Derry bei einem Celtic Christmas wieder zusammen und beschließen dort auch eine neuerliche Zusammenarbeit.

 

2020 ein interessanter Auftritt am Erzberg mit Desmond (siehe Bilder Startseite), das neue Album, der hoffentlich trotz Corona stattfindende Jubiläumsauftritt in der Kunsthalle Leoben und die diesjährigen voraussichtlichen zwei Celtic Christmas Auftritte.

 

 

Mit „Kodo“ Dittler in der Vergangenheit viele weitere Dialekt-Cover-Versionen (siehe Okemah Programme) und letztendlich auch die Zusammenarbeit am jüngsten Album, das in der Corona Pause fertiggestellt wird und auch zu einer neuen Zusammenarbeit mit Freund & „Studiozampano“ Armand „Mandy“ Oberle führt. Derry hat mit dazu beigetragen, daß sich der Schweizer, aus Luzern stammende „Ausnahmegitarrist“ in der Steiermark angesiedelt hat. Leider stirbt während der Aufnahmen der frühere Okemah Verleger Christian Kobel überraschend. Der Verlag Weinberger führt aber die Zusammenarbeit weiter.

Derry lebt noch immer mit seiner Dagmar und dem schon „bezirksbekannten“ Malamute Husky Nico im zweiten Bezirk in Wien. Vor drei Jahren allerdings hat man gemeinsam ein weiters Domizil gefunden, in der wunderbaren „altösterreichische“ Stadt Grado, wo man sich jedes Monat einmal (bis zu Corona) zurückgezogen hat.